[Conni] Heute ist der große Tag: Meine erste Fahrt auf dem Goldbär liegt vor uns – gut geschlafen, nach einem reichhaltigen Frühstück, schon fast fertig angezogen…

… und etwas aufgeregt (zumindest ich). Es gibt ein paar Tipps zum Start: „Linke Kurve –> über meine linke Schulter, rechte Kurve -> über meine rechte Schulter schauen! Körpereinsatz in den Kurven! Mach einfach das, was ich mache! Wackel´ nicht rum! Festhalten: Hände um meinen Körper oder seitlich am Goldbär! Kommunikation: 1 x drücken -> langsamer fahren, 2 x drücken -> anhalten!“ Ok, das werde ich schaffen.
Wir sitzen auf, und der Goldbär fängt tief und zufrieden an zu brummen. Er will endlich los – ich auch!

Langsam fahren. Es fühlt sich gut an. Rainer fährt genau in dem Tempo, bei dem ich mich als Sozia einfühlen kann. Es dauert nicht lange und ich fühle mich sogar sauwohl, hier auf dem Goldbär, hinter meinem kleinen großen Bruder.
Die kurvenreiche Strecke durch den Taunus bringt meinen Körper ins Hin- und Herschwingen und erinnert mich an rasante Abfahrten auf den Skipisten von Arosa. Tolles Gefühl! Beim Bremsen „küssen“ sich zunächst unsere Helme. Mit der Zeit gelingt es mir, mehr Abstand und eigenen Freiraum zu gewinnen.
Es ist wunderbar, auf der Straße in der Natur unterwegs zu sein. Ich spüre den Wind, die Geschwindigkeit, meinen Körper ganz neu. Anders als beim Wandern, Fahrrad fahren. Kopf ausschalten und genießen!

Eine neue Erkenntnis kommt mir beim Fahren: Wenn du auf dem Motorrad zu zweit unterwegs bist, wirst du zu zweit eins: Zwei Individuen werden ein Team. Das Fahren klappt nur dann gut und wird für beide zum Genuss, wenn sich der Beifahrer dem Fahrer anpasst, der Fahrer sich auf den Beifahrer einstellt und gegenseitiges Vertrauen vorhanden ist. Welch ein Geschenk für uns beide, das zu haben! Drück-Kommunikation: Nicht nötig.
Bei unserem ersten Stopp wird mir klar: Den Helm und die Schuhe, die ich nach unserer Reise in die Vergangenheit verkaufen wollte, will ich auch in der Zukunft haben!

Aufsitzen! Weiter gehts! Ich will mehr!
[Rainer] Ich bin verbüfft, wie gut das von Anfang an geklappt hat. Meine kleine große Schwester macht sich richtig gut da hinten! Sie hat keine Angst und geht wunderbar mit in die Kurven. Am zweiten Tag geht’s etwas flotter zur Sache, und auch das ist kein Problem. Hin und wieder habe ich das Gefühl, dass da gar keine Sozia an Bord ist. Und dass die Pausen eigentlich zu lang sind – „Geht’s jetzt endlich weiter?!“ Das Auf- und Absteigen klappt inzwischen flüssig und richtig elegant. Fein, so eine Begleiterin zu haben – das passt!

Das Trainingsziel ist mühelos erreicht. Und Conni wird die nächsten Tage gut träumen 🙂
Das Video zum Training: https://vimeo.com/342620467

